Adventskonzert
Adventskonzert 6.12.2005
Frauenchor Eglisau begeisterte mit Adventsliedern
Gänsehaut in der reformierten Kirche
Eglisau/Glattfelden -- Am Wochenende bot der Frauenchor Eglisau in den reformierten Kirchen beider Gemeinden ein eindrückliches Konzert. Unter der Leitung ihres Dirigenten Mathias Kissel-Irshaid sangen die Frauen Lieder von der Reformation bis zur Gegenwart.
Der Frauenchor Eglisau unter der Leitung des Dirigenten Mathias Kissel-Irshaid singt in Glattfelden Adventslieder aus fünf Jahrhunderten. (Bild: wai)
von Margrith Waiblinger-Rodel
Da denkt wohl manch einer, die Lieder seien ihm bekannt: «Vom Himmel hoch» über «Es kommt ein Schiff geladen» bis zu «O Heiland reiss die Himmel auf» -- und doch tönen sie dann irgendwie anders, wenn sie der Frauenchor Eglisau singt. Sie klingen hell wie Glocken, jubilieren oder kommen beschwingt, freudig und leichtfüssig daher, wie eine Schlittenfahrt im verschneiten Tannenwald. Doch die einen klingen auch schwer, fast erdrückend. Wie schön, wenn dann gleich «In dulci iubilo» oder «Lobt Gott, ihr Christen allzugleich» folgt, bei dem selbst der Dirigent zu hüpfen schien. Dann wieder zart und leise, fast zerbrechlich «Zur stillen Nacht» -- wunderschön und ergreifend.
Ave Maria auf Ungarisch
Das Adventskonzert in den reformierten Kirchen von Eglisau und Glattfelden gliederte sich in drei Teile. Auf Choralbearbeitungen von Advents- und Weihnachtsliedern aus der Reformationszeit in Vertonungen frühbarocker Komponisten folgten im Mittelteil Vertonungen nachdenklicher, zeitkritischer Texte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Im dritten Teil erfreuten sich die Zuhörenden dann an Weihnachtsliedern aus volkstümlicher Tradition in der Bearbeitung eines der bekanntesten ungarischen Chorkomponisten Lajos Bardos. Das Ganze wurde in ein «Ave Maria» (Zoltan Kodaly) eingebettet, das einem die Gänsehaut über den Rücken trieb -- so wunderschön war dies anzuhören.
Überhaupt bot der Frauenchor Eglisau einmal mehr eine Glanzleistung, wenn man zudem bedenkt, dass die Lieder teilweise in ungarischer Sprache vorgetragen wurden. «Zu Beginn war es schon schwierig,» sagte Doris Meier, Mitglied des Frauenchors, doch mit der Zeit sei es immer besser gegangen mit der fremden Sprache. Nach den Sommerferien begann der Chor mit den intensiven Proben für das Konzert.
Der Dirigent Mathias Kissel-Irshaid, der aus einer palästinensisch-deutschen Familie stammt, Musikwissenschaft, Kirchenmusik, Chor- und Orchesterleitung studiert hat, war zufrieden mit seinem Chor. In seinen Augen blitzte die Freude ob der guten Leistung. Auch die Frauen waren glücklich. «Bei Mathias Kissel bekommen wir eine Gesangsausbildung, wie man sie wohl nirgends besser haben könnte», so Doris Meier.