Zürcher Landeszeitung, Freitag, 29. Mai 2009

Beeindruckender Gesang in der Kirche

Der Frauenchor Eglisau hat eine russisch-orthodoxe Liturgie von Aleksander Kastalsky (1856 bis 1926) und weitere geistliche Chorwerke vorgetragen. Kurz vor dem Auftritt hatte sich Dirigent Mathias Kissel-Irshaid umentschieden.
Statt die 16 Sängerinnen im Kirchenschiff singen zu lassen, stellte er sie im Chor auf. Das war in mehrfacher Hinsicht richtig. Zum einen verstärkten die mittelalterlichen Fresken den Eindruck einer russisch-orthodoxen Liturgie: Zusammen
mit den Harmonien erinnerten sie an Ikonen. Zumanderen ergab sich eine räumliche Distanz zum Publikum, was ein typisches Merkmal orthodoxer Kirchen ist. Dort trennt eine Bilderwand den Altarraum von der Gemeinde.

Ausschliesslich mit der Stimme

Wie eine Sängerin erklärte, versteht die Orthodoxe Kirche Gesänge als Gebete. Solche lassen sich mit Musikinstrumenten nicht formulieren. Das ist der Grund,weshalb orthodoxe Liturgieneinzig mit der menschlichen Stimme vorgetragen werden. Ein paar Frauen reichen,um ein wohltuendes Klangbild zu erschaffen. Das wurdeauch in der reformierten Kirche Eglisau klar. Das Publikum verdankte das einstündige Konzertmit einem kräftigen Applaus.

Bereits am Vorabend hatteder Chor in der katholischen Kirche in Bülach gesungen. Auch dort war das Konzert auf grossen Anklang gestossen.

Der Frauenchor Eglisaubesteht seit 15 Jahren. 2003 hat Mathias Kissel-Irshaid die Leitung übernommen. Der Musiker arabisch-deutscher Herkunft hat Musikwissenschaft,Orgel und Dirigierenstudiert. Er vermitteltden rund20 Sängerinnen das Verständnis für gehobene Chorliteratur. (e)

Frauenchor Eglisau:
Neue Mitsängerinnen sind willkommen.
Kontakt:

Susanne Perdrisat
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076 366 05 16