Marienlob

Marienlob


Gerne erinnere ich mich zurück an die Gesänge und Lesungen, die am Samstag, 16. Juni 2007, in der Katholischen Kirche Bülach einem interessierten und begeisterten Publikum dargeboten wurden. (Wiederholung am Sonntag, 17. Juni in der reformierten Kirche Eglisau).
Die Musik zwischen Romantik und Moderne widmete sich ganz den Gesängen zum Lobe Mariae. Der Frauenchor Eglisau, der sich in den wenigen Jahren unter der Leitung von Mathias Kissel-Irshaid durch enormes stimmbildnerisches Arbeiten zum rechteigentlichen Kammerchor entwickelt hat, interpretierte Marien-Gesänge (Ave Maria, Ave verum, Tantum ergo, Jubilate Deo, Salve Regina) der französischen (Spät)-Romantiker Fauré, Saint-Saëns und Poulenc, sowie von Kodály und Bárdos, ungarische Komponisten des frühen 20. Jh.

Der grösste Teil der Motetten wurde an der Orgel einfühlsam und die Möglichkeiten des immer wieder faszinierenden Instruments voll ausnützend begleitet von Zoi Tsokanou; die übrigen Gesänge wurden vom Chor vorn am Altar a capella vorgetragen. Hohe Prädikate sind vom verwöhnten Musikerohr zu verteilen: Reine Intonation, auch bei heiklen Modulationen der Romantiker und „Neutöner", differenzierte agogische und dynamische Gestaltung, saubere Aussprache, insbesondere was den Vokalreichtum der lateinischen Sprache betrifft.

Wohltuende und eindrückliche Abwechslung boten die Lesungen von Elisabeth Messmer aus Rainer Maria Rilkes Zyklus „Das Marien-Leben" von 1912. Inhalt von Sprache und Musik begegneten sich so auf höchstem Niveau; dies natürlich wiederum ein Verdienst des Chorleiters, der eine solche Sinn spendende Idee zuerst haben und gebären muss.

Auf sympathische Art und Weise wurde vorgängig durch ein Chormitglied die Zuhörerin, der Zuhörer, ins Programm eingeführt, ebenso erfolgte nach Musik und Wort die Verabschiedung des applaudierenden Publikums.
Ein sicher für viele unvergesslicher Konzertabend, der im Herzen berührte!

Hans Egli